Manifest der flimmernden Wahrheit

Manifest der flimmernden Wahrheit

von Sexy Diggs

Wir, die glühenden Zuschauer*innen der endlosen Bildschirme, erklären feierlich: Reality-TV ist kein Verbrechen. Es ist eine Notwendigkeit.

Denn ohne Menschen, die in Villen eingesperrt werden, um zu streiten, zu weinen oder merkwürdige Aufgaben zu erledigen, wären wir verloren. Wer sonst zeigt uns die pure, ungeschminkte Absurdität des Daseins? Wer sonst beweist, dass jeder von uns, irgendwo, jederzeit, peinlich sein kann?

Artikel I – Die Gesellschaft braucht Spiegel aus Plastik
Reality-TV hält uns einen Spiegel vor, der nicht schmeichelt, sondern zappelt, blinkt und brüllt. Es erinnert uns daran: Wir sind alle ein bisschen narzisstisch, ein bisschen gemein, und mindestens einmal pro Woche bereit, über einen fehlenden Smoothie zu wüten.

Artikel II – Die Wissenschaft der Langeweile
Wir benötigen Shows, in denen Menschen sieben Stunden lang nichts tun, weil die Langeweile ein unverzichtbarer Teil des menschlichen Experiments ist. Ohne sie würden wir vergessen, dass Untätigkeit ebenso essenziell ist wie das Scrollen durch Memes um 3 Uhr morgens.

Artikel III – Die Ironie als Lebenselixier
Wer Reality-TV schaut, erwirbt ein Diplom in Ironie. Wir lernen, zu lachen, während wir gleichzeitig wissen: Die Welt ist ein absurdes Theater, und wir sind die Statisten. Die Stars der Show sind nur der Beweis dafür, dass das Chaos immer einen hübschen Schnitt bekommt.

Artikel IV – Die demokratische Essenz der Doku-Soap
Hier entscheidet nicht das Geld, nicht die Bildung, nicht die Moral. Hier entscheidet das Drama. Hier gewinnt, wer untergeht – metaphorisch oder wortwörtlich. Reality-TV ist unsere kleine anarchische Republik der Unterhaltung, in der das Absurde regiert.

Artikel V – Der unaufgeregte Blick auf uns selbst
Wir brauchen Reality-TV, weil wir uns sonst zu ernst nehmen würden. Wir brauchen Menschen, die laut brüllen, weinen, flirten und sich gleichzeitig über die Kamera lustig machen. Nur so erkennen wir: Wir sind alle ein bisschen sexy, ein bisschen dumm und ein bisschen wunderbar absurd.

Schlussfolgerung:
Also, liebe Welt: Steig auf die Couch, schalt ein und akzeptiere die Heiligkeit der Klatsch- und Tränenflut. Reality-TV ist kein Zeitverschwendung – es ist Therapie. Gesellschaftskritik. Kunst. Es ist das flimmernde Herz unserer kollektiven Selbstironie.

Sexy Diggs,
Erster Botschafter der glitzernden Absurdität

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